Was sind Bollinger-Bänder?
Bollinger-Bänder sind ein Werkzeug der technischen Analyse. Sie bestehen aus einer Mittellinie und zwei äußeren Bändern. In der verbreiteten Standardeinstellung bildet ein einfacher gleitender Durchschnitt über 20 Perioden die Mitte. Das obere und untere Band liegen jeweils zwei Standardabweichungen darüber beziehungsweise darunter.
Da die Standardabweichung die Schwankungsbreite berücksichtigt, passen sich die Bänder an die Volatilität an: Bei starken Bewegungen werden sie breiter, in ruhigen Marktphasen rücken sie zusammen.
Was zeigt ein Kontakt mit einem Band?
Ein Kurs am oberen Band ist nicht automatisch ein Verkaufssignal, ebenso wenig ist ein Kontakt mit dem unteren Band automatisch ein Kaufsignal. In einem ausgeprägten Trend kann der Kurs längere Zeit an einem der Bänder entlanglaufen. Dieses Verhalten wird häufig als „Walking the Band“ bezeichnet.
Die Position innerhalb der Bänder liefert vielmehr Kontext. Sie zeigt, ob der Kurs relativ zu seinen jüngsten Schwankungen hoch oder niedrig notiert. Für eine Handelsentscheidung sollten zusätzlich Trend, Volumen und relevante Preiszonen geprüft werden.
Bollinger Squeeze
Wenn sich die Bänder stark verengen, spricht man häufig von einem Squeeze. Er deutet auf eine Phase geringer Volatilität hin. Darauf kann eine stärkere Bewegung folgen, die Bänder sagen jedoch nicht voraus, in welche Richtung diese verläuft. Eine bestätigte Bewegung aus einer Konsolidierungszone und zunehmendes Volumen können zusätzliche Hinweise liefern.
Mittellinie und Rückkehr zum Mittelwert
Die Mittellinie kann in Trends als dynamische Unterstützung oder dynamischer Widerstand wirken. Manche Marktteilnehmer beobachten außerdem, ob der Kurs nach einer ungewöhnlich starken Abweichung wieder in Richtung des Durchschnitts läuft. Auch eine solche Rückkehr ist nicht garantiert: Neue Informationen oder ein starker Trend können den Kurs länger außerhalb seines üblichen Bereichs halten.
Einstellungen und Grenzen
Kürzere Perioden reagieren schneller, erzeugen aber mehr Fehlsignale. Längere Perioden glätten den Verlauf, reagieren dafür später. Testen Sie Einstellungen nicht nur an einem einzelnen positiven Beispiel. Berücksichtigen Sie verschiedene Marktphasen und vermeiden Sie es, Parameter nachträglich so anzupassen, dass sie perfekt zur Vergangenheit passen.
Bollinger-Bänder gehören in eine breitere technische Analyse und ersetzen kein Risikomanagement.