Die Europäische Union führt ab Juli 2027 eine Reihe neuer Anti-Geldwäsche-Regeln ein, die auch den Kryptowaehrungsmarkt stark betreffen. Die Verordnung (EU) 2024/1624 verpflichtet Kryptowaehrungsdienstleister zu strengeren Identitätskontrollen, verbietet anonyme Konten und legt eine Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen bei Waren und Dienstleistungen fest. Die Regeln gelten in allen Mitgliedstaaten gleichzeitig, was sie zu einem der einschneidendsten europäischen Regulierungsschritte im Bereich der Kryptowaehrungen macht.
KYC verpflichtend ab 1.000 Euro
Crypto-Asset-Service-Provider, auch CASPs genannt, sind künftig verpflichtet, bei einmaligen Transaktionen von 1.000 Euro oder mehr eine vollständige Kundenidentifikation durchzuführen. Dies betrifft Börsen, Verwahrstellen und andere regulierte Kryptowaehrungsunternehmen. Bei Transaktionen unter 1.000 Euro gilt eine mildere Identifikationspflicht: Der Kunde muss zwar identifiziert werden, eine vollständige Verifizierung ist jedoch nicht erforderlich.
Anonyme Kryptowaehrungskonten sind künftig ausdrücklich verboten. Dienste, die Anonymität fördern oder Transaktionen verschleiern, darunter Dienste, die mit sogenannten Privacy Coins verbunden sind, dürfen von regulierten Plattformen nicht mehr angeboten werden. Wichtig zu wissen: Der Besitz oder die private Nutzung von datenschutzorientierten Kryptowaehrungen ist nicht strafbar, aber regulierte Parteien dürfen sie nicht mehr fördern, verwahren oder auf ihrer Plattform anbieten.
Breitere Anwendung der Anti-Geldwäsche-Regeln
Die neue Verordnung erstreckt sich weiter als nur auf Kryptowaehrungen. Auch Sektoren wie Luxusgüter, Fußballvereine, Crowdfunding-Plattformen und Investitionsmigrationsdienste fallen künftig unter den erweiterten AML-Rahmen. Die EU will damit Geldwäsche in einem breiteren Spektrum von Hochrisikosektoren bekämpfen.
Darüber hinaus stärkt die Gesetzgebung die Transparenz in Bezug auf wirtschaftlich Berechtigte, sodass klarer wird, wer hinter Unternehmen und Konstrukten steht. Dies fügt sich in die breitere europäische Strategie zur besseren Bekämpfung von Finanzkriminalität ein. Für den Kryptowaehrungssektor, der bereits mit rückläufigen Finanzierungsrunden und einer Verschiebung hin zu bewährten Projekten konfrontiert ist, bedeutet dies einen weiteren Schritt in Richtung verstärkter Institutionalisierung und Compliance.
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