Ethereum steht möglicherweise am Vorabend eines ernsthaften Finanzierungsproblems. Trent Van Epps, ehemaliger Mitarbeiter der Ethereum Foundation, schlägt Alarm über eine drohende Finanzierungskrise für die Kernentwicklung des Netzwerks. Seiner Meinung nach könnte sich dieses Problem bereits innerhalb von 3 bis 9 Monaten manifestieren. Der Ethereum-Kurs liegt zum Zeitpunkt des Schreibens bei 1.700 US-Dollar, ein Rückgang von 3,1% in den letzten 24 Stunden.
Ethereum ist bei Bitvavo und Bybit erhältlich.
Kürzungen und auslaufende Programme setzen die Finanzierung unter Druck
Van Epps weist auf zwei konkrete Ursachen für die nahende Finanzierungskrise hin. Erstens kürzt die Ethereum Foundation selbst ihre Ausgaben, wodurch weniger Geld für die Kernentwicklung zur Verfügung steht. Zweitens läuft das Client Incentive Program (CIP) aus, ein Programm, das Clients finanziell beim Aufbau und der Wartung entscheidender Netzwerkkomponenten unterstützte. Dies fällt mit dem Ausscheiden von Hsiao-Wei Wang als Co-Direktor der Ethereum Foundation zusammen, was den Druck auf die Organisation weiter erhöht.
Laut Van Epps ist das Ökosystem rund um die Kernentwicklung von Ethereum auf etwa 30 Millionen US-Dollar pro Jahr angewiesen. Dieses Geld wird auf mehr als zehn Client-Teams, Forschungsteams und Koordinationsteams verteilt. Er stellt fest, dass dieser Betrag angesichts des Umfangs des Projekts und der gemeinsamen Ressourcen, die es bereitstellt, relativ bescheiden ist. Dennoch geraten die Quellen, aus denen dieses Geld stammt, zunehmend unter Druck.
Strukturelle Probleme erfordern neue Finanzierungsmodelle
Van Epps betrachtet das drohende Defizit nicht als einmaligen Vorfall, sondern als Symptom tiefer liegender struktureller Probleme. Die Art und Weise, wie Finanzierung derzeit gesammelt und verteilt wird, ist seiner Ansicht nach auf lange Sicht nicht haltbar. Die Ethereum Foundation war ursprünglich nie als dauerhafter Verwalter des Netzwerks gedacht, und das zeigt sich nun in der Praxis.
Er ruft dazu auf, neue Institutionen und Finanzierungsmechanismen zu schaffen, die die Kontinuität der Ethereum-Kernentwicklung gewährleisten können. Dabei geht es nicht nur um die Lösung des unmittelbaren Defizits, sondern auch um den Aufbau einer nachhaltigeren Infrastruktur für die Zukunft. In der Zwischenzeit arbeitet das Netzwerk selbst weiter an technischen Fortschritten, wobei das Glamsterdam-Upgrade die letzte Entwicklungsphase erreicht.
