Die größte Quantenbedrohung für Bitcoin liegt nicht in gehackten Wallets, sondern in verschlüsseltem Netzwerkverkehr, der bereits jetzt abgefangen wird. Dies stellt Andrew Gault, CEO des Netzwerkunternehmens ZeroTier, fest, der die Aufmerksamkeit in der Bitcoin-Branche auf eine Gefahr lenken möchte, die seiner Meinung nach noch unterschätzt wird. Angreifer speichern bereits jetzt Authentifizierungsdaten und warten darauf, sie zu entschlüsseln, sobald Quantencomputer leistungsfähig genug sind.
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Harvest now, decrypt later
Gault führt das Konzept eines sogenannten „Store now, decrypt later“-Angriffs ein, bei dem böswillige Parteien heute große Mengen verschlüsselten Datenverkehrs speichern. Sie müssen diese Daten jetzt noch nicht lesen. Das Ziel ist es, bereit zu sein, sobald Quantentechnologie die Verschlüsselung knacken kann.
„Jede Interbankennachricht, jeder Authentifizierungsdatensatz einer Zahlung und jede digitale Signatur, die heute über ein Netzwerk reist, wird bereits von hochentwickelten Angreifern gesammelt, die sie noch nicht lesen müssen“, sagt Gault. Sicherheitsteams seien seiner Ansicht nach darauf trainiert, gespeicherte Daten zu schützen, doch die Strategie der Angreifer habe sich bereits auf das Ernten von Daten während der Übertragung verlagert. Sie bauen bereits jetzt eine Bibliothek aktuell verschlüsselten Verkehrs auf, um zuschlagen zu können, sobald die Quantenkapazität die Schwelle überschreitet.
Interinstitutionelle Kommunikation als schwächstes Glied
Während sich viele Diskussionen in der Bitcoin-Community auf die Sicherheit einzelner Wallets und privater Schlüssel konzentrieren, legt Gault den Schwerpunkt auf ein anderes Risiko. Die verschlüsselte Kommunikation zwischen Institutionen und Börsen untereinander stellt seiner Ansicht nach die eigentliche Herausforderung für das zukünftige Finanzsystem dar. Dieser Datenstrom ist enorm und für Endnutzer kaum sichtbar.
Gault ist zudem Gründer von 7percent Ventures, einem Deep-Tech-Investmentunternehmen mit Büros in London und San Francisco. Zum Portfolio gehört unter anderem Universal Quantum, ein britisches Startup im Bereich Quantencomputing. Sein Hintergrund macht seine Warnung besonders relevant: Er bewegt sich an der Schnittstelle von Netzwerkinfrastruktur und Quantentechnologie. Während der Bitcoin-Kurs derzeit bei etwa 73.507 $ schwankt mit einem minimalen Rückgang von 0,1 % in den letzten 24 Stunden, entwickeln sich im Hintergrund also Bedrohungen für die langfristige Perspektive.
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