Der Bitcoin-Kurs liegt derzeit bei 60 US-DollarK, ein Rückgang von 5,5% in den letzten 24 Stunden. Damit nähert sich Bitcoin einem Niveau, das von Marktexperten als entscheidend angesehen wird. Laut einem leitenden Mitarbeiter der Kryptowaehrungsderivate-Plattform Deribit kann ein Durchbruch unter 60.000 US-Dollar eine Kettenreaktion von Verkäufen und Liquidationen auslösen.
Bitcoin ist bei Bitvavo und Bybit erhältlich.
60.000 US-Dollar als Scharnierpunkt für Institutionen und Derivate
Jean-David Péquignot, Chief Commercial Officer bei Deribit, erklärt, warum 60.000 US-Dollar ein so wichtiges Preisniveau ist. Auf diesem spezifischen Kursniveau befinden sich nicht weniger als 1,2 Milliarden US-Dollar an nominalem Open Interest in Form von Put-Optionen auf der Deribit-Plattform. Das macht es zu einem Schlüsselniveau für den gesamten Derivatemarkt.
Gleichzeitig gilt 60.000 US-Dollar als die durchschnittliche Kostenbasis für viele institutionelle Akteure, die früher eingestiegen sind. Das Niveau vereint damit zwei Formen von Druck: sowohl von Seiten des Derivatemarktes als auch von großen Anlegern, die ihre Position verteidigen wollen. Der Bitcoin-Kurs berührt damit ein historisches Tiefstgebiet, das schon länger unter Druck steht.
Kaskade von Liquidationen, wenn Bitcoin weiter fällt
Ein Fall unter 60.000 US-Dollar setzt laut Péquignot einen mechanischen Prozess in Gang. Marktmacher, die Short-Gamma-Positionen halten, sind dann gezwungen, ihr Exposure durch Verkauf von Spot oder Futures abzusichern. Das schafft zusätzlichen Verkaufsdruck genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Markt bereits verletzlich ist, meldet CoinDesk.
Hinzu kommt der hohe Hebeleinsatz im Markt. Durch die erhöhte Leverage können selbst kleine Kursbewegungen eine Welle von erzwungenen Liquidationen von Long-Positionen auslösen, was den Rückgang weiter vertieft. Nur 55% des Bitcoin-Angebots befinden sich derzeit im Gewinn, was zeigt, wie fragil die aktuelle Marktsituation ist. Auch Bitcoin-ETFs verzeichnen bereits 13 Tage in Folge Abflüsse, ein Zeichen, dass sich die Stimmung unter den Anlegern weiter verschlechtert.
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