Der Hacker hinter dem Kelp-DAO-Bridge-Exploit wäscht nahezu den gesamten Betrag von rund 220 Millionen US-Dollar an aufgetauten Geldern. On-Chain-Analysedaten zeigen, dass sich nur noch etwa 1,7 Millionen US-Dollar in den ursprünglichen Wallets des Angreifers befinden. Die Chance auf eine direkte Rückgewinnung des gestohlenen Geldes durch Transaktionsverfolgung ist damit weitgehend ausgeschlossen.
Nordkoreanische Hacker waschen Geld über Privatsphäre-Netzwerke
Laut Berichterstattung von The Defiant, aufgegriffen von WuBlockchain, handelt es sich um die nordkoreanische Bedrohungsgruppe TraderTraitor. Diese Gruppe ist für groß angelegte Kryptowaehrungs-Angriffe bekannt und nutzt fortschrittliche Techniken, um gestohlene Gelder zu verbergen. Die Hacker leiten das Geld durch eine Kombination aus datenschutzorientierten Protokollen, darunter THORChain, Wasabi, Tornado Cash und Umbra.
Arkham Intelligence verfolgt die Bewegungen auf der Blockchain und stellt fest, dass von den ursprünglich rund 220 Millionen US-Dollar an aufgetauten Guthaben kaum noch etwas nachvollziehbar ist. Die Tatsache, dass nur 1,7 Millionen US-Dollar in der ursprünglichen Exploit-Wallet zurückbleiben, zeigt, dass die Geldwäscheoperation nahezu vollständig abgeschlossen ist. Die Möglichkeit, Vermögenswerte Schritt für Schritt zurückzuverfolgen und zurückzufordern, ist damit weitgehend vorbei.
Was sich noch retten lässt
Nicht alles ist verloren. Der Arbitrum Security Council friert am 20. April noch 71 Millionen US-Dollar an Ether ein, und dieser Betrag gilt derzeit als der einzig materiell rückgewinnbare Teil der Beute. Diese Einfrierung bildet einen rechtlichen und technischen Ankerpunkt für etwaige weitere Schritte.
Gleichzeitig läuft ein Wiederherstellungsprozess auf Protokollebene. Kelp DAO migriert die rsETH-Bridge-Funktionalität zu Chainlink CCIP und präsentiert einen sogenannten DeFi-United-Plan, mit dem rund 116.000 rsETH an die Nutzer zurückgegeben werden. Diese Wiederherstellung der Infrastruktur und die Geldwäschespuren sind zwei getrennte Stränge: Das Protokoll selbst läuft wieder, aber die Chance, das gestohlene Geld über On-Chain-Spuren zurückzuholen, ist nun weitgehend verloren. Der Fall zeigt erneut, wie schnell große Kryptowaehrungsbeträge über Datenschutztools unauffindbar werden, wenn nicht schnell genug eingegriffen wird.
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