Vitalik Buterin beteiligt sich an der Debatte über die Zukunft der künstlichen Intelligenz und stellt deutliche Fragezeichen hinter das Konzept vollständig autonomer KI-Systeme. In Reaktion auf eine ambitionierte Web4.0-Vision des Entwicklers Sigil warnt er, dass eine wachsende Distanz zwischen Mensch und KI keinen Fortschritt darstellt, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Risiko birgt.
Ethereum ist erhältlich bei Bitvavo und Bybit.
Größere Distanz zwischen Mensch und KI ist gefährlich
Sigil behauptet, eine KI entwickelt zu haben, die eigenständig Einnahmen generieren, sich selbst verbessern und replizieren kann – ohne menschliches Eingreifen. Laut Buterin ist genau dies die falsche Richtung. Wenn sich die Feedbackschleife zwischen Mensch und KI verlängert, sinkt seiner Ansicht nach die Qualität der Ergebnisse und der Fokus auf die Lösung realer Probleme geht verloren.
Er argumentiert, dass dies bereits heute zu oberflächlichen Inhalten statt zu praktischen Lösungen führt. In einer Zukunft, in der KI noch leistungsfähiger wird, könnte eine solche Entwicklung sogar irreversible, menschenfeindliche Folgen haben.
Ethereum steht für menschliche Freiheit
Buterin betont, dass das Ziel von Ethereum nicht darin besteht, unabhängige digitale Entitäten zu erschaffen, die ihren eigenen Weg gehen, während die Position der Menschen gleich bleibt oder sich verschlechtert. Das Netzwerk soll vielmehr Individuen stärken und die Kontrolle an die Nutzer zurückgeben.
Zudem weist er auf einen grundlegenden Widerspruch im Konzept sogenannter souveräner KI hin. Aktuelle Modelle laufen auf der Infrastruktur von Unternehmen wie OpenAI und Anthropic. Damit bleiben sie weiterhin von zentralisierten Akteuren abhängig. Laut Buterin steht dies im klaren Gegensatz zu den Prinzipien, für die Ethereum eintritt.
Richtung bestimmen statt beschleunigen
Das Wachstum der KI verläuft exponentiell und ist nach Ansicht Buterins kaum aufzuhalten. Gerade deshalb sollte die Priorität nicht darin liegen, diese Entwicklung weiter zu beschleunigen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Richtung zu steuern, in die sich diese Technologie entwickelt.
Ohne klare Leitlinien besteht das Risiko, dass Systeme Ergebnisse hervorbringen, die menschlichen Interessen schaden. Anstelle eines Wettlaufs zu immer autonomerer KI plädiert Buterin für Technologien, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und die Kontrolle nicht aus der Hand geben.
