Ein neues On-Chain-Modell von Alphractal kartiert den Leverage-Druck auf dem Bitcoin-Markt und zeigt, wie gefährlich es werden kann, wenn Leverage zu weit im Verhältnis zum unterliegenden Kapital ansteigt. Der Indikator kombiniert Derivatdaten von nicht weniger als 29 Börsen mit On-Chain-Informationen, was ein breites und detailliertes Bild davon vermittelt, wie angespannt der Markt zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Bitcoin notiert derzeit bei rund 73.750 $, ein leichter Anstieg von 0,4 % in den letzten 24 Stunden.
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Was die Farbzonen bedeuten
Die Grafik arbeitet mit einer Farbskala, die direkt anzeigt, wie die Leverage-Situation aussieht. Grüne und blaue Zonen weisen auf Phasen der Deleveraging oder geringen Leverage-Drucks hin, während Gelb ein neutrales Marktklima darstellt. Orange, Rot und Dunkelrot signalisieren zunehmenden Leverage-Druck. In diesen Zonen wird der Markt anfälliger für Liquidationskaskaden, plötzliche Volatilitätsspitzen und erzwungene Schließungen von Positionen.
Aus der historischen Grafik geht hervor, dass Perioden extremer Leverage immer wieder von scharfen Deleveraging-Phasen gefolgt werden, in denen Trader liquidiert werden. Dieses Muster wiederholt sich immer wieder, fast wie ein Mechanismus, der Kapital von unvorbereiteten Anlegern abzieht. Es geht also nicht nur um die Gesamtmenge des Open Interest, sondern vor allem um das Verhältnis zwischen diesem Leverage und der Kapitalbasis, die den Markt stützt.
Wie Trader dieses Modell nutzen können
Analyst Joao Wedson, der das Modell über X teilt, erklärt, dass die Stärke dieses Indikators erst wirklich sichtbar wird, wenn man ihn mit Liquidationsniveaus und anderen On-Chain-Daten kombiniert. Wer das tue, bekomme seiner Meinung nach eine viel schärfere Sicht auf den Markt und reagiere nicht mehr nur auf Preisbewegungen, sondern antizipiere sie.
Die aktuelle Grafik zeigt, dass der Markt vor kurzem aus einer Zone extremer Leverage in eine eher abgebaute Position übergegangen ist, vergleichbar mit früheren Deleveraging-Phasen in den Jahren 2022 und Anfang 2023. Das schließt nicht aus, dass sich die Situation schnell ändern kann. Wer den anhaltenden institutionellen Verkaufsdruck, der bereits seit einiger Zeit anhält, mit diesem Leverage-Modell kombiniert, erkennt, dass besondere Vorsicht geboten ist. Auch Michaël van de Poppe hat sich kürzlich mögliche Long-Positionen in Bitcoin angesehen, betont dabei jedoch die Bedeutung des Timings.
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