Ethereum bewegt sich in einem Markt, der sich immer stärker auf Hebelpositionen stützt. Neue Daten von CryptoQuant zeigen, dass mittlerweile mehr als 75 % der ETH-Exposure auf Binance aus gehebelten Positionen bestehen. Damit wird deutlich, dass die jüngste Kursbewegung von Ethereum nicht nur auf gewöhnlichem Kaufdruck im Spotmarkt beruht, sondern vor allem auf Futures und anderen Derivaten. Das erhöht kurzfristig die Chance auf weitere Anstiege, macht den Markt gleichzeitig jedoch deutlich anfälliger für abrupte Korrekturen.
Ethereum ist erhältlich bei Bitvavo und Bybit.
Binance liegt bei gehebelten ETH-Positionen vorne
Laut CryptoQuant hat sich die Estimated Leverage Ratio auf Binance nach dem früheren Deleveraging im Oktober nicht nur vollständig erholt, sondern ist sogar auf neue Höchststände gestiegen. Damit ist Binance derzeit die einzige große Exchange, bei der diese Kennzahl über frühere Niveaus hinausgeht.
Die Estimated Leverage Ratio vergleicht das Open Interest mit den Reserven auf einer Exchange. Vereinfacht ausgedrückt zeigt dieses Verhältnis, wie stark der Markt auf Hebelwirkung basiert. Bei Ethereum steigt dieser Anteil auf Binance inzwischen auf mehr als 75 %. Gleichzeitig verwaltet Binance laut der Analyse rund 3 % des gesamten ETH-Angebots, was etwa 3,4 Millionen ETH entspricht. Damit ist die Plattform ein zentraler Ort für die Preisbildung am Derivatemarkt.
Die Kursbewegung wird vor allem von Derivaten getragen
Die Analyse von MorenoDV kommt zu dem Schluss, dass dieser schnelle Anstieg der Hebelwirkung darauf hindeutet, dass die jüngste Aufwärtsbewegung von Ethereum vor allem durch Derivateströme und weniger durch nachhaltige Nachfrage aus dem Spotmarkt angetrieben wird. Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine Rally, die sich vor allem auf Futures stützt, kann länger anhalten, solange Trader weiterhin auf dieselbe Richtung setzen. Eine solche Marktstruktur ist jedoch auch fragiler.
Wenn in kurzer Zeit viele Positionen aufgebaut werden, entstehen schneller überfüllte Trades. In einer solchen Situation kann bereits ein kleiner Rückschlag zu einer Kettenreaktion von Liquidationen führen. Genau deshalb nehmen die Risiken für starke Ausschläge zu, auch wenn das kurzfristige Momentum noch positiv erscheint.
Höhere Wahrscheinlichkeit für Volatilität bei Ethereum
Für Ethereum bedeutet das, dass der Markt derzeit ein doppeltes Signal sendet. Einerseits unterstützt die hohe Hebelwirkung eine weitere Verlängerung des Trends, weil spekulative Positionen den Preis vorübergehend weiter nach oben treiben können. Andererseits steigt die Wahrscheinlichkeit plötzlicher Rückgänge, sobald Trader Gewinne mitnehmen oder eine Welle von Liquidationen ausgelöst wird.
Die Schlussfolgerung aus den Daten von CryptoQuant ist daher ziemlich klar. Die Hebelwirkung folgt dem Kurs nicht mehr, sondern treibt die Bewegung selbst an. Das kann sich für ETH kurzfristig positiv auswirken, erhöht jedoch auch die Wahrscheinlichkeit heftiger Volatilität. Für Trader ist Vorsicht daher angebracht, gerade jetzt, da ein großer Teil des Marktes auf Binance immer stärker auf geliehenes Risiko setzt. Das passt zum jüngsten Bild, in dem Ethereum durch neue Entwicklungen rund um das Netzwerk erneut im Rampenlicht steht.
