Neue Daten von Etherscan zeigen, dass ein bekannter Krypto-Scam auf Ethereum immer professioneller durchgeführt wird. Sogenannte Address-Poisoning-Angriffe nehmen schnell zu und werden inzwischen in großem Maßstab automatisiert ausgeführt. Untersuchungen zeigen, dass diese Angriffe bereits Millionen Mal versucht wurden und Nutzer zusammen mehr als $79 Millionen verloren haben.
Address Poisoning ist eine Technik, bei der Angreifer gefälschte Wallet-Adressen erstellen, die echten Adressen ähneln, mit denen ein Nutzer zuvor Transaktionen durchgeführt hat. Durch kleine oder sogar Transaktionen mit Nullwert versuchen Angreifer, ihre Adresse in der Transaktionshistorie des Opfers zu platzieren. Wenn ein Nutzer später eine Adresse aus seiner Historie kopiert, kann er versehentlich die falsche Adresse auswählen.
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Millionen Angriffe auf Ethereum-Wallets
Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 wurden zwischen Juli 2022 und Juni 2024 etwa 17 Millionen Address-Poisoning-Versuche auf Ethereum registriert. Dabei waren rund 1,3 Millionen Wallets Ziel der Angriffe. Die bestätigten Verluste belaufen sich auf mindestens $79,3 Millionen.
Obwohl die Erfolgsquote relativ niedrig ist – etwa 0,01% – bleiben diese Angriffe lukrativ. Das bedeutet, dass nur einer von 10.000 Versuchen erfolgreich sein muss, um profitabel zu sein. Wenn Angreifer Tausende oder sogar Millionen Versuche durchführen, kann bereits ein einziger erfolgreicher Angriff enorme Summen einbringen.
Ein Beispiel dafür wurde Ende 2025 bekannt, als ein Opfer Berichten zufolge $50 Millionen durch einen Address-Poisoning-Angriff verlor.
Niedrigere Transaktionskosten sorgen für Explosion an Spam
Laut Etherscan spielt eine kürzliche Upgrade des Ethereum-Netzwerks eine wichtige Rolle beim Anstieg dieser Angriffe. Die Fusaka-Upgrade, die am 3. Dezember 2025 aktiviert wurde, senkt die Transaktionskosten und macht das Netzwerk effizienter.
Während dies für Nutzer und Entwickler positiv ist, senkt es auch die Kosten für Angreifer, massenhaft kleine Transaktionen zu versenden. Dadurch können Address-Poisoning-Kampagnen deutlich schneller und in größerem Umfang durchgeführt werden.
Die Zahlen zeigen einen klaren Anstieg. In den 90 Tagen nach der Upgrade stieg die Anzahl sogenannter Dust-Transfers stark an. Bei USDT stieg die Zahl von 4,2 Millionen auf 29,9 Millionen Transaktionen – ein Anstieg von etwa 612%. Auch bei anderen Tokens wie USDC und DAI wurde ein ähnlicher Anstieg beobachtet.
Eine einfache Regel zum Schutz
Laut Etherscan gibt es eine einfache Regel, die viele Probleme verhindern kann: Überprüfen Sie immer die Wallet-Adresse, bevor Sie eine Transaktion senden. Da Adressen oft fast identisch aussehen, kann bereits ein falscher Kopiervorgang zum Verlust von Kryptowährungen führen.
Tools wie Namenslabels, Adressbücher in Wallets und ENS-Domains können helfen, vertrauenswürdige Adressen leichter zu erkennen. Darüber hinaus können Krypto-Wallets und Blockchain-Explorer Funktionen bieten, die verdächtige Adressen und Transaktionen markieren.
Trotzdem bleibt Vorsicht entscheidend. In der Welt der Kryptowährungen gibt es keinen „Rückgängig“-Button. Sobald eine Transaktion an eine falsche Adresse gesendet wird, ist es in den meisten Fällen nahezu unmöglich, die Gelder zurückzuerhalten. Deshalb ist es wichtig, wachsam gegenüber Krypto-Scams und verdächtigen Transaktionen zu bleiben.
