Der US-Bankenriese Wells Fargo macht möglicherweise einen neuen Schritt in Richtung Kryptomarkt. Das Unternehmen hat eine Markenanmeldung für den Namen WFUSD eingereicht. Der Antrag beim US-Patentamt deutet darauf hin, dass die Bank Pläne rund um Kryptowährungswerte, Stablecoins und digitale Zahlungslösungen prüft. Damit folgt Wells Fargo einem breiteren Trend, bei dem traditionelle Finanzinstitute mit Blockchain-Technologie und digitalen Dollars experimentieren.
Marke WFUSD in den Vereinigten Staaten beantragt
Aus Dokumenten des US-Patentamts geht hervor, dass Wells Fargo am 10. März einen Antrag für die Marke WFUSD eingereicht hat. Der Antrag wurde inzwischen vom United States Patent and Trademark Office akzeptiert, wartet jedoch noch auf eine weitere Prüfung durch einen Prüfer.
Laut der Registrierung möchte die Bank den Namen für mehrere Dienstleistungen innerhalb des Finanzsektors verwenden. Dazu gehören unter anderem Software für Finanztransaktionen, Handelsplattformen für Kryptowährungen und Systeme für Zahlungen mit digitalen Vermögenswerten.
Der Antrag fällt unter mehrere Kategorien, darunter Software für Blockchain-Anwendungen, Kryptowährungen und Stablecoin-news. Dies deutet darauf hin, dass Wells Fargo untersucht, wie digitale Vermögenswerte in bestehende Dienstleistungen integriert werden können.
Weitere Informationen über den Antrag sind im Patentregister der US-Regierung zu finden, berichtet das USPTO.
Große Banken experimentieren mit digitalen Tokens
Wells Fargo ist nicht das einzige Finanzinstitut, das solche Schritte unternimmt. Immer mehr traditionelle Banken prüfen, wie Blockchain und digitale Tokens in ihre Infrastruktur integriert werden können.
So beantragte Western Union zuvor eine Marke für WUUSD. Kurz darauf kündigte das Unternehmen an, an einer an den Dollar gekoppelten Stablecoin mit dem Ticker USDPT zu arbeiten, die 2026 auf der Solana-Blockchain erscheinen soll.
Auch JPMorgan sorgte im vergangenen Jahr für Spekulationen, als das Unternehmen eine Marke für JPMD registrierte. Viele Kryptoanleger gingen damals davon aus, dass die Bank eine eigene Stablecoin starten wolle. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass es sich um ein sogenanntes tokenisiertes Bankdeposit handelt – also eine digitale Bankeinlage, die auf Blockchain-Technologie basiert.
Noch keine Bestätigung einer Stablecoin
Obwohl der Name WFUSD stark auf eine mögliche an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin hindeutet, bedeutet eine Markenanmeldung nicht automatisch, dass eine solche Kryptowährung tatsächlich eingeführt wird.
Unternehmen registrieren regelmäßig Namen, um zukünftige Produkte oder Technologien zu schützen. Daher kann es noch Monate dauern, bis klar wird, was Wells Fargo genau mit dieser Marke plant. Laut der durchschnittlichen Bearbeitungszeit beim Patentamt kann eine Prüfung nämlich mehr als zehn Monate dauern, berichtet das USPTO.
Trotzdem zeigt der Antrag, dass große Banken die Entwicklungen rund um Kryptowährungen und Blockchain weiterhin genau beobachten. Während der Sektor wächst und sich die Regulierung weiterentwickelt, prüfen immer mehr Finanzinstitute, wie digitale Vermögenswerte in ihre Dienstleistungen integriert werden können. Dies geschieht auch zu einem Zeitpunkt, an dem politische Entscheidungsträger an neuen Regeln arbeiten, wie in dem Vorschlag für ein neues US-Kryptogesetz zu Stablecoins beschrieben.
