Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin meldet sich erneut in einer ausführlichen Diskussion über Neutralität, Freiheit und Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Ökosystems zu Wort. Seiner Ansicht nach muss niemand seinen persönlichen Standpunkten zustimmen, um Ethereum zu nutzen. Das Protokoll soll neutral, permissionless und zensurresistent bleiben, während Individuen offen ihre Werte vertreten und Anwendungen kritisieren dürfen.
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Ethereum gehört allen
In einer Reihe von Beiträgen auf X stellt Buterin klar, dass er nicht im Namen des gesamten Ethereum-Ökosystems spricht. Nutzer müssen ihm weder in Bezug auf DeFi, datenschutzorientierte Zahlungen, KI, Politik noch bei der Frage zustimmen, welche Apps wertvoll sind. Ethereum basiert seiner Meinung nach gerade auf dem Prinzip, dass niemand eine Erlaubnis benötigt, um das Netzwerk zu verwenden.
Er betont, dass das Konzept der Permissionlessness und Zensurresistenz bedeutet, dass Entwickler und Nutzer sich weder an seiner persönlichen Meinung noch an der der Ethereum Foundation oder von Client-Entwicklern orientieren müssen.
Neutralität gehört zum Protokoll
Gleichzeitig unterscheidet Buterin klar zwischen dem Protokoll selbst und den Menschen darum herum. Neutralität gehört seiner Ansicht nach auf Protokollebene, ähnlich wie bei HTTP oder Bitcoin. Die Basisschicht sollte kein Urteil darüber fällen, welche Anwendungen wünschenswert sind und welche nicht.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Individuen keine Werturteile äußern dürfen. Im Gegenteil: Er ist der Meinung, dass Menschen ihre Prinzipien klar vertreten und Ökosysteme aufbauen sollten, die ihren Überzeugungen entsprechen. Kritik an einer Anwendung sieht er nicht als Zensur, sondern als Teil der freien Meinungsäußerung. Zuletzt sorgte er ebenfalls für Diskussionen, als Vitalik Buterin vor der Entwicklung von Prediction Markets warnte.
Freiheit erfordert klare Prinzipien
Buterin weist darauf hin, dass Werte wie Freiheit nicht losgelöst von technologischen Entscheidungen betrachtet werden können. Wer bestimmte Prinzipien für wichtig hält, entwickelt automatisch auch Präferenzen dafür, was auf dem Protokoll aufgebaut werden sollte. Seiner Meinung nach ist es unrealistisch, Technologie vollständig von breiteren gesellschaftlichen Debatten zu trennen.
Er vergleicht Ethereum mit Linux. Das Betriebssystem bildet die Grundlage für unzählige Anwendungen – sowohl Projekte, die er unterstützt, als auch Initiativen, denen er kritisch gegenübersteht. Dennoch bleibt Linux als Technologie neutral und offen. Ethereum folgt laut Buterin demselben Weg: Das Protokoll bleibt für alle zugänglich, während verschiedene Gruppen ihre eigene Vision für die Zukunft entwickeln.
Wer den aktuellen Ethereum-Kurs verfolgt, erkennt, wie groß das Netzwerk inzwischen geworden ist und wie viele Interessen damit verbunden sind. Mit dieser Botschaft möchte Buterin deutlich machen, dass Ethereum keine ideologische Einheitsplattform ist. Das Netzwerk bietet Raum für unterschiedliche Ansichten – solange die Kernprinzipien der Dezentralisierung und des offenen Zugangs gewahrt bleiben.
