Laut Ethereum-Gründer Vitalik Buterin sollten algorithmische Stablecoins als das wahre Herzstück von DeFi betrachtet werden. In einem aktuellen Post auf X erklärt er, dass ein gut konzipierter, durch ETH gedeckter Stablecoin das Risiko durch US-Dollar-Gegenparteien auf Market Maker verlagern kann – selbst wenn fast die gesamte Liquidität von CDP-Inhabern stammt.
Ethereum ist erhältlich bei Bitvavo und Bybit.
ETH als Sicherheit statt zentralisierter Stablecoins
Buterin betrachtet algorithmische Stablecoins als „genuine DeFi“, im Gegensatz zu Modellen, bei denen Nutzer einfach USDC in ein DeFi-Lending-Protokoll einzahlen, um Rendite zu erzielen. Echte Dezentralisierung bedeutet laut ihm, dass das Risiko durch den Dollar nicht mehr direkt beim Nutzer liegt, sondern auf intelligente Weise auf andere Marktteilnehmer verteilt wird.
Als Beispiel nennt er einen ETH-besicherten Stablecoin, bei dem CDP-Inhaber (Collateralized Debt Position) die Deckung übernehmen. Solange Market Maker das verbleibende Risiko tragen, bleibt das System ein dezentrales DeFi-Produkt – selbst wenn 99 % der Liquidität aus CDPs stammt.
RWAs können funktionieren – wenn stark diversifiziert
Buterin schließt reale Vermögenswerte (Real World Assets, RWAs) als Sicherheit nicht grundsätzlich aus. Er erkennt darin Potenzial, allerdings nur, wenn diese Modelle stark überbesichert und breit gestreut sind. Wenn eine einzelne Asset-Klasse scheitert, darf das System insgesamt nicht destabilisiert werden. Die Gewichtung einzelner Sicherheiten müsse geringer sein als das Verhältnis der Überbesicherung selbst.
Sein Vorschlag: Der Sektor sollte sich zuerst auf stabile, ETH-basierte algorithmische Stablecoins konzentrieren. Im zweiten Schritt könnten solide RWA-gestützte Modelle folgen. Langfristig sei es entscheidend, sich vom US-Dollar als Recheneinheit zu lösen. Stattdessen sollen breitere Indizes als neue Grundlage für Wertaufbewahrung dienen. Diese Sichtweise deckt sich mit Buterins jüngsten Appellen für mehr Transparenz und Innovation im Ethereum-Ökosystem.
„USDC in Aave einzuzahlen ist kein DeFi“, betont er.
DeFi müsse über einfache Zinsmodelle hinausgehen und vielmehr grundlegende Risiken neu verteilen – auf dezentrale und vertrauensunabhängige Weise.
