In der Welt der Kryptowährungen und Cyberkriminalität hat sich ein weiteres Kapitel aufgetan. Der investigative Account ZachXBT hat erneut einen mutmaßlichen Dieb ins Rampenlicht gerückt: eine Person, die sich selbst „John“ oder „Lick“ nennt. Durch einen bizarren Online-Streit in einer Telegram-Gruppe kam plötzlich eine ganze Reihe verdächtiger Wallet-Adressen ans Licht – zusammen im Wert von über 90 Millionen US-Dollar an mutmaßlich gestohlenen Kryptowährungen.
Ethereum ist erhältlich bei Bitvavo und Bybit.
Ein Streit mit Folgen
Alles begann mit einer Auseinandersetzung zwischen John und einem weiteren Cyberkriminellen namens Dritan Kapplani Jr. in einer Gruppe namens „The Com“. In dieser Szene ist es üblich, mit dem eigenen Wallet-Guthaben zu prahlen – genannt „Band for Band“. Während der Auseinandersetzung begann John, seine Exodus-Wallet per Livestream zu zeigen – mit erschreckenden Einblicken.
Aufnahmen zeigen, dass John die Kontrolle über mehrere Wallets mit Millionenbeträgen in Kryptowährungen besitzt – darunter eine Tron-Adresse mit 2,3 Millionen US-Dollar sowie ein Ethereum-Wallet (0xd8bc), auf das letztlich insgesamt 23 Millionen US-Dollar eingingen. Noch auffälliger: Eine der verknüpften Adressen erhielt im Jahr 2024 ganze 24,9 Millionen US-Dollar von einer Adresse der US-Regierung – Gelder aus einer früheren Beschlagnahmung im Zusammenhang mit dem Bitfinex-Hack.
Verbindungen zu früheren Diebstählen und möglicher Identität
Durch Blockchain-Analysen von ZachXBT wurde deutlich, dass Johns Wallet noch viele weitere verdächtige Transaktionen erhalten hat. Insgesamt flossen im vierten Quartal 2025 über 63 Millionen US-Dollar von anderen verdächtigen Adressen ein – darunter vermutlich Gelder von weiteren Opfern oder staatlichen Quellen. Selbst heute gingen noch 4.170 ETH im Wert von 12,4 Millionen US-Dollar von MEXC auf sein Wallet ein.
Gerüchten in Telegram zufolge könnte es sich bei John um John Daghitia handeln, der im September 2025 festgenommen wurde. Auch wenn dies noch nicht bestätigt ist, wächst die Beweislage gegen ihn. Johns Reaktion fiel vorhersehbar aus: Er änderte seinen Telegram-Nutzernamen und entfernte NFT-bezogene Informationen aus seinem Profil. Doch nicht, bevor er an ZachXBTs öffentliche Wallet „zachxbt.eth“ noch schnell eine „Dust“-Transaktion sendete – als wolle er sagen: „Ich weiß, dass du zusiehst“.
